Am 26. Mai 2025 fand im Festsaal des Chipperfield-Baus die 130. Generalversammlung der Zürcher Kunstgesellschaft (ZKG) statt. Der fristgerechte Versand der Einladung und Unterlagen wurde festgestellt. Die Protokollführung übernahm erstmals Annegret Kammermann, neue Legal Counsel des Kunsthaus Zürich. Präsident Dr. Philipp Hildebrand begrüsste 382 stimmberechtigte Mitglieder, Ehrenmitglieder, Vorstand und Geschäftsleitung.
In seinem Jahresrückblick hielt Philipp Hildebrand fest, dass 2024 ein bewegtes, zugleich erfolgreiches Jahr war: Mit 513 162 Eintritten erreichte das Kunsthaus die zweithöchste Besucherzahl seiner über 115-jährigen Geschichte. Er dankte den Mitgliedern für ihre Treue sowie Direktion, Geschäftsleitung und Mitarbeitenden für ihren Einsatz. Ein besonderer Dank galt Murielle Perritaz, Kulturbeauftragte der Stadt Zürich.
Hildebrand erinnerte an die lange Geschichte der ZKG seit ihrer Gründung 1787 und an die enge Verbindung des Kunsthauses mit der Stadt und ihrer Bevölkerung. Sowohl der Moser-Bau (1910) als auch der Chipperfield-Bau (2021) wurden durch Volksabstimmungen ermöglicht. Auch im Zusammenhang mit der beantragten Subventionserhöhung könnte erneut eine Volksabstimmung erforderlich werden.
Der Präsident erläuterte drei strategische Prioritäten:
1. Sicherung der finanziellen Zukunft
Die Betriebskosten der Erweiterung übersteigen frühere Planungen. Die ZKG bekennt sich weiterhin zum paritätischen Finanzierungsmodell aus öffentlicher und privater Hand. Neben dem Antrag auf Subventionserhöhung verfolgt das Kunsthaus Massnahmen zur Einnahmensteigerung, Effizienzverbesserung sowie neue Fördermodelle, darunter die Förderstiftung des Ehepaars Haefner zur langfristigen Sicherung bedeutender Ausstellungen.
2. Weiterentwicklung der Provenienzforschung
und Umgang mit der Sammlung Bührle
Neue, gemeinsam mit der Stiftung erarbeitete Leitlinien wurden unterzeichnet. Die Provenienzforschung liegt künftig bei der ZKG und erfolgt nach einheitlichem Standard. In einem fünfjährigen Projekt werden die Werke überprüft und in drei unterschiedlichen Präsentationskonzepten kontextualisiert. Bei substanziellen Hinweisen auf NS-verfolgungsbedingten Entzug verpflichtet sich die Stiftung zu fairen und gerechten Lösungen.
3. Organisatorische Stärkung und Führungsstrukturen
Seit dem 1. Januar 2025 gilt eine neue Organisationsstruktur mit klaren Zuständigkeiten. Die Geschäftsleitung gliedert sich in die Bereiche Kunst (Ann Demeester), Operations (Alex Schneider) und Publikum (Alex Hefter). Neue Gremien stärken Strategie und Betrieb.
Zum Gedenken an den 2024 verstorbenen Förderer und Freund des Hauses Werner Merzbacher erhoben sich die Anwesenden zu einer Schweigeminute. Zudem verabschiedete der Präsident Hedi Graber aus dem Vorstand und dankte ihr für ihr langjähriges Engagement.
Die Generalversammlung genehmigte mit grosser Mehrheit den Jahresbericht und die Jahresrechnung 2024, erteilte dem Vorstand Décharge und bestätigte Dr. Philipp Hildebrand als Präsident, Dr. Conrad Ulrich als Vizepräsident sowie die Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG.
Abschliessend gab Direktorin Ann Demeester Einblicke in das Programm 2025 /26. Der Präsident schloss die Versammlung mit dem Hinweis auf die nächste Generalversammlung am Montag, 8. Juni 2026.