Betriebsrechnung
Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Verlust von CHF 1 425 684 (Vorjahr CHF 1 529 490) ab. Der Betriebserfolg konnte zwar deutlich verbessert werden, dies ist jedoch wesentlich auf einen einmaligen Effekt zurückzuführen: den Verkauf eines Kunstwerks.
Im Jahr 2024 einigte sich die Zürcher Kunstgesellschaft mit den Erbinnen und Erben des jüdischen Industriellen und Kunstsammlers Carl Sachs auf eine «faire und gerechte Lösung» im Zusammenhang mit dem Gemälde «LʼHomme à lʼombrelle» von Claude Monet. Im Rahmen dieser gütlichen Einigung wurde das Werk veräussert. Der dem Kunsthaus zustehende Teil des Erlöses wurde nach Abzug der damit verbundenen Kosten gemäss den ethischen Richtlinien der ICOM vollständig dem Sammlungsfonds zugeführt. Die Mittel des Sammlungsfonds dienen dem Erwerb von Kunstwerken zur Erweiterung der Kunsthaus-Sammlung.
Der positive Trend bei den Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen setzte sich trotz eines leichten Rückgangs des Mitgliederbestands von rund 2 % fort. Per Stichtag zählt die Zürcher Kunstgesellschaft 21 814 Mitglieder (VJ 22 312) und liegt damit weiterhin deutlich über dem Niveau von 2020 (20 816). Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Einnahme pro Einzelmitglied um 3.2 % auf CHF 122.60, wodurch die Gesamteinnahmen aus Mitgliederbeiträgen leicht über dem Vorjahresniveau liegen.
Die Subventionsbeiträge der Stadt Zürich wurden gemäss Vertrag ab April 2025 um die Teuerung von 0.8 % angepasst. Im Bereich der Projektunterstützungen liegen die Einnahmen weiterhin unter dem im langfristigen Businessplan vorgesehenen Niveau. Die Akquisition zusätzlicher strategischer Partnerschaften bleibt deshalb eine zentrale Priorität. Erfreulich ist hingegen die deutliche Zunahme der Unterstützungsbeiträge und Spenden: Gegenüber dem Vorjahr konnten diese um 26 % gesteigert werden.Damit setzt sich die positive Entwicklung fort, auch wenn das angestrebte Ziel noch nicht vollständig erreicht ist.
Nach dem Rekordjahr 2022 (555 529 Besuchende) sowie zwei sehr starken Jahren 2023 (503 349) und 2024 (513 162) konnte auch 2025 ein überzeugendes Ergebnis erzielt werden. Mit 539 953 Besuchenden wurde die Marke von einer halben Million erneut deutlich übertroffen, was einem Wachstum von 5.2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Auch bei den zahlenden Eintritten zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung. 260 915 Eintritte (VJ 233 778) unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage. Der durchschnittliche Eintrittspreis lag bei CHF 21.44 (VJ CHF 23.67). Der Rückgang des Durchschnittspreises erklärt sich durch eine veränderte Besucherstruktur: Während 2024 stark frequentierte Sonderausstellungen den Umsatz prägten, lag 2025 der Fokus stärker auf der Sammlung und den Nebenausstellungen.
Nach einem ausserordentlich starken Vorjahr verzeichneten die Museumsshops einen moderaten Umsatzrückgang von 4 %. Auch die Einnahmen aus der Kunstvermittlung lagen unter dem Vorjahresniveau (– 6.1 %). Dies ist vor allem auf die inhaltliche Ausrichtung des Ausstellungsprogramms zurückzuführen, da Umfang und Nachfrage nach Vermittlungsangeboten je nach Ausstellung stark variieren. Die Einnahmen aus den Raumvermietungen lagen rund 10 % unter dem Vorjahresniveau. Grund dafür waren interne Veranstaltungen sowie andere Nutzungen potenzieller Vermietungsflächen, wodurch das Vorjahresergebnis nicht ganz erreicht werden konnte.
Der deutliche Anstieg des Personalaufwands im Jahr 2025 ist in erster Linie auf den gestuften Personalaufbau im Zuge der Museumserweiterung zurückzuführen: Zur Bewältigung der verdoppelten Ausstellungsfläche, der gestiegenen Besuchendenzahlen sowie neuer Anforderungen in Bereichen wie Ausstellungstechnik, Vermittlung, Eventmanagement und Fundraising wurden sukzessive zusätzliche Vollzeitstellen geschaffen. Hinzu kommen Massnahmen zur Sicherung der Attraktivität des Kunsthauses als Arbeitgeberin. Insgesamt führte dies zu einer spürbaren Erhöhung der laufenden Personalkosten – entsprechend dem langfristigen Budget.
Auch der Sachaufwand ist deutlich gestiegen. Darin enthalten ist jedoch ein ausserordentlich hoher Aufwand für einen Kunstankauf. Dieser wird über entsprechende Fonds gedeckt. Bereinigt um diesen Effekt liegen die operativen Kosten mit rund CHF 318 000 unter dem Vorjahresniveau. Der Warenaufwand für die Museumsshops reduzierte sich aufgrund tieferer Umsätze um CHF 155 845.
Im sonstigen Betriebsaufwand konnten die Ausgaben gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert werden. Grund dafür ist die Anpassung der Kostenverteilung zwischen der Stiftung Zürcher Kunsthaus (Eigentümerin der Liegenschaften) und der Zürcher Kunstgesellschaft (Betreiberin des Kunsthauses), die die Zuständigkeiten im Bereich Immobilien klarer regelt. Aufgrund der ab 2025 geltenden neuen Regelung für Instandhaltungs- und Wartungskosten werden der Zürcher Kunstgesellschaft jährlich rund CHF 890 000 weniger Kosten belastet.
Die Abschreibungen liegen CHF 173 683 über dem Vorjahresniveau, hauptsächlich aufgrund einer Sonderabschreibung von CHF 226 823 für die Machbarkeitsstudie zur Lichtsanierung. Bereinigt um diesen einmaligen Effekt liegen die Abschreibungen leicht unter dem Vorjahreswert.
Die Fonds nahmen insgesamt um CHF 3 696 098 zu (Vorjahr Abnahme von CHF 137 894). Details zu unseren Fonds finden sich im Anhang (Ziff. 5). Wie bereits im Vorjahr konnte aufgrund des Jahresergebnisses keine zusätzliche Äufnung des Sammlungsfonds aus Mitgliederbeiträgen vorgenommen werden.
Bilanz
Die Zürcher Kunstgesellschaft verfügt weiterhin über eine solide Liquidität. Die Entwicklung der flüssigen Mittel ist in der Geldflussrechnung dargestellt. Der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auf eine per Jahresende offene Forderung von CHF 111 000 im Zusammenhang mit einem grossen Anlass im Dezember 2025 zurückzuführen. Demgegenüber haben sich die übrigen kurzfristigen Forderungen gegenüber Dritten reduziert, nachdem im Vorjahr im Rahmen eines Pilotprojekts zur Ticketabwicklung über einen Drittanbieter höhere Bestände ausgewiesen wurden. Ausstellungs- und projektbedingt sind zudem die aktiven Rechnungsabgrenzungen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.
Die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten haben sich vermindert, da im Vorjahr noch eine Sozialversicherungsrechnung ausstehend war. Zugenommen haben hingegen die passiven Rechnungsabgrenzungen gegenüber Dritten, insbesondere im Zusammenhang mit Ausstellungen sowie höheren Personalaufwendungen. Die Rechnungsabgrenzungen gegenüber Nahestehenden sind deutlich tiefer, da die Entschädigung für die Überlassung des Kunsthauses an die Stiftung Zürcher Kunsthaus ab 2025 entfällt. Grundlage dafür ist die bereits oben erwähnte Überarbeitung des Schnittstellenpapiers mit der Stiftung Zürcher Kunsthaus, das die Zuständigkeiten im Immobilienbereich neu regelt. Mit der seit 2025 geltenden Neuregelung der Instandhaltungs- und Wartungskosten werden der Zürcher Kunstgesellschaft jährlich rund CHF 890 000 weniger belastet.
Das Passivum «Mitgliederbeiträge Folgejahr» liegt leicht unter dem Vorjahreswert; per 31.12.2025 wurden bereits CHF 1 935 000 an Mitgliederbeiträgen für das Jahr 2026 vereinnahmt. Der Anstieg der Rückstellungen ist auf höhere Personalrückstellungen zurückzuführen, insbesondere für zukünftige Dienstaltersgeschenke sowie nicht bezogene Ferientage.
Mit dem erneuten Jahresverlust erhöht sich das negative Vereinsvermögen auf
CHF –7 410 763. Der Vorstand ist sich bewusst, dass dieser Fehlbetrag in den kommenden Jahren ausgeglichen werden muss. Der erarbeitete Dreijahresplan sieht ab 2027 wieder ausgeglichene Ergebnisse vor. Weitere Erläuterungen dazu finden sich im Anhang zur Jahresrechnung (Ziff. 10).
Abschliessend danke ich, auch im Namen des Vorstands und der Mitarbeitenden, den öffentlichen Geldgebern (Stadt und Kanton Zürich) sowie allen Sponsoren und Gönnerinnen herzlich für ihre grosszügige Unterstützung im Berichtsjahr.