Per 1. Januar 2025 wurde die Abteilung Kunstvermittlung neu strukturiert und in den Geschäftsleitungsbereich Publikum integriert. Mit dieser Neuausrichtung gehen zwei strategisch bedeutsame Stellenschaffungen einher: Die neue Leitung Public Programme & Vermittlung bildet das konzeptionelle Rückgrat des Bereichs und stärkt dessen institutionellen Stellenwert. Die ebenfalls neu geschaffene Stelle Public Programme bündelt sämtliche Engagements und Rahmenprogramme zu Ausstellungs- und Sammlungsvorhaben und richtet sie gezielt auf bestehende wie künftige Zielgruppen aus. Die Struktur unter der neuen Gesamtleitung umfasst das Team Kunstvermittlung & Pädagogik, das Team Vermittlung & Administration und Public Programme. Die Abteilung ist im Bereich Publikum verortet und pflegt mit einem audience-centered Ansatz die enge Zusammenarbeit mit dem Kunst-Team. Beide Massnahmen sind ein klares Bekenntnis des Kunsthauses zur Bedeutung von Vermittlung und Public Programme im Angebot des Hauses.
Das Team war auch 2025 äusserst aktiv und stand mit rund 38 000 Menschen persönlich im Austausch über die Kunstwerke, ihre Inhalte und Geschichte(n).
Führungen für Erwachsene
In den Ausstellungen fanden 132 öffentliche und 274 private Führungen, in der Sammlung 148 öffentliche und 707 private Führungen statt. Dies ergibt ein Total von 1264 Veranstaltungen, wovon 68 Architekturführungen waren (weitere Details siehe Tabelle unten).
Pro Woche fanden im Schnitt fünf bis sechs öffentliche und rund 19 private Führungen statt. Mit durchschnittlich über 20 Teilnehmenden waren die öffentlichen Führungen sehr gut besucht. Am meisten Führungen fanden in der Ausstellung Roman Signer statt (41 öffentliche und 106 private Veranstaltungen). Die letzten Wochen der Ausstellungen «Marina Abramović» (97 private und 34 öffentliche Führungen) und «Matthew Wong – Vincent van Gogh» (insgesamt 33 Führungen) waren ebenfalls gut gebucht. In der Ausstellung «Monster Chetwynd» fanden 33 und in «Lehmbruck / Netzhammer» insgesamt 20 Führungen statt. «Lygia Clark» stiess mit bereits 33 Führungen bis Ende Jahr auf reges Interesse. Unsere thematischen Veranstaltungsreihen zur Sammlung waren beliebt und gut besucht. Dazu gehören «Kunst und Religion im Dialog», durchgeführt zusammen mit den Zürcher Kirchen; «Lichtkunst» zu den Werken von Pipilotti Rist; die Angebote «Kunst-Stück, die Kunst, mitreden zu können», bei denen man in zwei abwechslungsreichen Stunden Einblick in die wichtigsten Epochen der Kunstgeschichte erhält; «Auf den Spuren von Marc Chagall», eine Tour, die im Fraumünster beginnt und nach einem Stadtspaziergang durch eine Führung zur Chagall-Sammlung im Kunsthaus abgerundet wird; «Schreiben ist Kunst», wo inspiriert von den Bildern und begleitet von einem Schreibcoach Ideen und Fantasien festhalten und Geschichten erzählt werden, sowie die Führungen jeden Samstag zu Themen, wie «Das Unsichtbare in der Kunst», «Accessoires und Attribute» oder «Van Gogh und Rembrandt: echt / kopiert / zugeschrieben».
Schulbereich
502 Schulklassen aller Typen und Stufen – von der Spielgruppe bis zur Berufsmaturität – und 12 Gruppen von Lehrpersonen nutzten 2025 die Angebote der Kunstvermittlung. Für Schulklassen waren vor allem die Ausstellungen zu Roman Signer, Monster Chetwynd und Lygia Clark interessant. Die Werke unserer Sammlung bieten für Klassen aller Schulstufen immer Voraussetzungen für thematische Führungen und Inhalte für Workshops. Der Kunsthaus-Besuch dient oft als Vertiefung oder Erweiterung des Unterrichts im Schulzimmer. Sechsmal besuchte eine Gruppe junger Menschen mit Migrationshintergrund das Kunsthaus. Sie wendeten ihre Deutschkenntnisse an einem ausserschulischen Lernort an, tauschten sich aus und näherten sich der europäischen Kultur an. Wir danken dem Büro für Schulkultur der Stadt Zürich, der Bildungsdirektion des Kantons Zürich und dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich für die Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung.
Veranstaltungen Freizeitbereich
Dank der grosszügigen Unterstützung der Vontobel-Stiftung konnten wir 2025 wieder ein breites Angebot an Veranstaltungen im Freizeitbereich durchführen. Für Besuchende aller Altersgruppen waren es 251 öffentliche Veranstaltungen, die fast alle ausgebucht waren. Hinzu kamen 122 private Workshops. Ein grosser Erfolg war dem «Kunstlabor» beschieden, in dem sich Gross und Klein an jedem ersten Sonntag im Monat im Atelier gestalterisch betätigen konnten. «Alles in Bewegung» nahm Bezug auf die Ausstellung «Roman Signer», und «Von der Linie zur Form – Körper im Raum» beschäftigte sich mit Lygia Clark, Wilhelm Lehmbruck und Yves Netzhammer. Durchschnittlich wurde jedes Kunstlabor von 123 Personen besucht.
WORKSHOPS FÜR KINDER UND FAMILIEN
Immer ausgebucht waren die 14 ausgeschriebenen Familienworkshops. Für Kinder gab es regelmässige Workshops am ersten Samstag im Monat sowie das «Atelier am Sonntag» und Workshops am Mittwochnachmittag, in denen es um die gestalterische Auseinandersetzung mit Werken aus den Ausstellungen und der Sammlung oder um die Beschäftigung mit künstlerischen Materialien geht. Für die Kinder von drei bis fünf Jahren und ihre Begleitperson fand 36-mal die Villa Kun(s)terbunt statt. Es geht darin um eine spielerische Auseinandersetzung mit den Kunstwerken, wobei das sinnliche Erleben im Zentrum steht. In den Sport-, Frühlings-, Sommer- und Herbstferien boten unsere Workshops den Kindern, die daheimblieben, ein abwechslungsreiches Programm.
WORKSHOPS FÜR ERWACHSENE
Sieben gestalterische Workshops boten eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen der aktuellen Ausstellungen. Derjenige zu den druckgrafischen Techniken im Zusammenhang mit der Ausstellung «Druck gemacht» war besonders beliebt. Bei den vier vom Verein «Kulturvermittlung Zürich» organisierten Veranstaltungen «Early Birds» – ein thematisches Kursprogramm, in dem Kunst, Design, Musik, Tanz und Theater in einen spannenden Dialog treten – ermöglichten Vermittlerinnen aus verschiedenen Zürcher Kulturinstitutionen einen anderen Blick auf Werke des Kunsthauses. Zwölfmal trafen sich rund 15 Menschen zwischen 66 und 99 zum «Kunst erzählen» und tauschten sich intensiv zu ausgewählten Künstlerinnen, Leben und Kunst aus. In den Workshops unter dem Übertitel «Kunsthaus Postdigital» wurde das Gespräch über Kunstwerke mit den gestalterischen Möglichkeiten verbunden, welche die digitalen Medien bieten. Da keine Vorkenntnisse nötig sind, spricht das Angebot alte und junge Menschen an, und es kommt zu schönen generationenübergreifenden Begegnungen. Die dialogische Führung mit der Fussballerin Leandra Flury kreiste um die Themen «Frisuren, Outfits und Körpereinsatz». Sie war zusammen mit einem Vortrag und einer Podiumsdiskussion zu «Empowering: Frauen in Kunst und Fussball» Teil von «Her Game Culture», dem Kulturprogramm anlässlich der Frauen-Fussball EURO 2025. Die Veranstaltungen verbanden Sport und Kunst anhand gemeinsamer Themen wie Gleichstellung und Inklusion.
Kunst und Gesundheit
Das Kunsthaus wird in den kommenden Jahren einen Fokus auf die Beziehung zwischen Kunst und Gesundheit sowie Kunst und Wohlbefinden legen. In diesem Zusammenhang wurden bereits im Jahr 2025 mehrere Projekte mit Angeboten für spezifische Zielgruppen durchgeführt. Die positive Wirkung des moderierten Gesprächs und des kreativen Akts des Erfindens von Geschichten auf Menschen mit einer Demenzerkrankung zeigte sich erneut in den 16 durchgeführten Veranstaltungen «Aufgeweckte Kunstgeschichten».
Das Tanzprojekt «Connect» fand 2025 14-mal im Kunsthaus statt. Es richtet sich an Menschen, die mitneurologischen Herausforderungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson leben, und wurde von Clare Guss-West und verschiedenen Organisationen (Opernhaus Zürich, Ballett Zürich, Tonhalle-Gesellschaft Zürich, The Field, Dance & Creative Wellness Foundation) gemeinsam entwickelt. Seit 2024 ist das Kunsthaus eine Partnerorganisation. Im Kunsthaus finden die Tanztrainings in den Sammlungsräumen statt und nehmen Anregungen der Kunstwerke auf.
Zusammen mit der Künstlerin Monster Chetwynd wurde in der Reha-Klinik des Kinderspitals Zürich in Affoltern ein Workshop für Kinder und Jugendliche durchgeführt. Die Künstlerin hat mit vier Performerinnen den Raum der Klinik transformiert und so über 50 Kindern eine positive Begegnung mit Kunst und künstlerischen Praktiken ermöglicht.
